500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

500 Jahre Reformation

Kulturereignis von Weltrang

Menschen in Deutschland, Europa und der Welt feiern 2017 das Reformationsjubiläum. Mit einem Gottesdienst und einem staatlichen Festakt wurde es jetzt in Berlin eröffnet. Ein Jubiläum, das zum Volksfest der Verständigung über unsere Wurzeln und Werte werde, wünschte sich dort Staatsministerin Grütters.

Gottesdienst anlässlich 500 Jahre Reformnation in der Marienkirche in Berlin. Mit einem Gottesdienst beginnen die Festlichkeiten zu 500 Jahre Reformation. Foto: Bundesregierung/Steins

Mit der Frage "Was hätte uns Marin Luther heute zu sagen?", leitete Kulturstaatsministerin Monika Grütters ihre Rede zur offiziellen Eröffnung des Reformationsjubiläums im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt ein. Die Staatsministerin und Koordinatorin der Bundesregierung für das Reformationsjubiläum nahm dort zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck am staatlichen Festakt zur Eröffnung des Jubiläumsjahres teil. Zuvor besuchten Gauck und Grütters den Festgottesdienst in der Berliner Sankt Marienkirche.

"Martin Luther irritiert, provoziert und fordert uns heraus – bis heute", stellte Grütters weiter fest. Man komme an ihm nicht vorbei, wenn man die Entwicklung der bürgerlichen Ideale und demokratischen Werte verstehen wolle, erklärte die Staatsministerin. "Er nötigt uns, Licht und Schatten der Reformationsgeschichte zu erkunden und dem reformatorischen Geist der Veränderung durch die Jahrhunderte bis heute nachzuspüren."

Grütters: Das ist lebendige Erinnerungskultur

Sie freue sich, dass es gelungen sei, die Reformation im Geist der Ökumene und der Aufklärung als Teil eines gewaltigen europäischen Umwälzungs- und Lernprozesses zu würdigen und verschiedenen Perspektiven Raum zu gegen.

Grütters verwies in diesem Zusammenhang auf die Lutherdekade, mit der das Jubiläum seit 2008 vorbereitet wurde: Über 1.000 Veranstaltungen deutschlandweit bieten Gelegenheit, sich mit der Reformation und ihren religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen auf Deutschland, auf Europa und die Welt auseinander zu setzen – nicht zuletzt an den historischen Stätten der Reformation, die vielfach frisch saniert wurden.

Angesichts der gesamtstaatlichen Bedeutung der Reformation gestalten die Evangelische Kirche, Bund, Länder, Kommunen sowie zivilgesellschaftliche Organisationen das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam. Für die Bundesregierung koordiniert die Kulturstaatsministerin die Aktivitäten aller Bundesressorts. Allein aus dem Etat der Kulturstaatsministerin wurden für Kultur-Projekte und die Sanierung authentischer Reformationsstätten von 2011 bis einschließlich 2017 an die 44 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Herausforderung für unser Denken und Handeln

Bundespräsident Joachim Gauck wies in seiner Rede ebenfalls auf tiefgreifende Wirkungsgeschichte der Reformation hin. Sie betreffe praktisch alle Lebensbereiche bis in die persönlichste Lebensführung, betonte Gauck.

"Die Art, wie sie denken und fühlen, wie sie sprechen, was und wie sie glauben und wie sie ihrem Ausdruck verleihen: All das ist mitbestimmt durch das komplexe und facettenreiche Geschehen, das wir mit dem einen Wort 'Reformation' bezeichnen", sagte Gauck.

Der Bundespräsident forderte dazu auf, die Reformation als eine aktuelle Herausforderung für unser Denken und Handeln zu nehmen. "Sie geht uns voraus in ihrer Leidenschaft für Wahrheit und Freiheit und sie geht uns genau deswegen auch an: als einzelne Menschenkinder, die in Wahrhaftigkeit und Freiheit ihren Weg zu gehen suchen, als Christen, deren Kirche eine Reformation nie nur hinter sich, sondern immer auch vor sich hat und als Bürgerinnen und Bürger, die in diesem Geist ihrem Gemeinwesen in beständiger Bereitschaft zur Erneuerung verbunden bleiben."

Montag, 31. Oktober 2016

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