500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Schwind-Fresken auf der Wartburg restauriert

Heilige Elisabeth in neuem Glanz

Neben "Junker Jörg" hatte die Wartburg eine weitere berühmte, katholische Bewohnerin - Elisabeth von Thüringen. Im Palas der Burg schuf der Spätromantiker Moritz von Schwind weltberühmte Fresken mit Szenen aus dem Leben der Heiligen. In jahrelanger Arbeit wurden die Wandbilder aufwändig restauriert und konserviert.

Eine Darstellung des Rosenwunders mit der Heiligen Elisabeth ist am 05.04.2017 in Eisenach (Thüringen) in der Elisabeth-Galerie auf der Wartburg zu sehen. Die berühmten Wandfresken in der Elisabeth-Galerie sind gesichert und nach Jahren wieder für … Darstellung des Rosenwunders: die berühmten Wandfresken sind für die nächsten Jahre gesichert. Foto: picture alliance / Martin Schutt

Anfang Mai eröffnet auf der Wartburg die Ausstellung "Luther und die Deutschen". Rechtzeitig zu diesem Ereignis wurde in der wohl bekanntesten Reformationsstätte die Restaurierung eines ganz besonderen Bilderzyklus fertig gestellt. Gemeint sind die Fresken, die Moritz von Schwind Mitte des 19. Jahrhunderts zur thüringischen Geschichte, vor allem aber zu Ereignissen aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen auf die Wände der Wartburg malte.

Der österreichische Maler und Zeichner Moritz von Schwind (1804 -1871) zählt neben Carl Spitzweg zu den bedeutendsten und populärsten Maler der deutschen Spät-Romantik. Seine Bilder zu Themen aus deutschen Sagen und Märchen sind volkstümlich und poetisch gestaltet. Neben der Ölmalerei schuf Schwind auch bedeutende Werke in der Freskomalerei und in der Buchillustration.

Pendant zum Lutherstübchen

Landgrafenzimmer, Sängersaal und die Elisabethgalerie - drei Räume im hinteren Teil der Burg schmücken die eindrucksvollen Fresken mit vielen Episoden aus dem Leben Elisabeths. Die Landgräfin setze sich persönlich für Arme und Kranke und Kinder ein, in ihrer Zeit und für ihren Stand eine entwürdigende Arbeit. Als Sinnbild tätiger Nächstenliebe wird die Heilige auch im Protestantismus verehrt.

Aufwändige Konservierungsarbeiten über Jahre

Nässe, schlechte Bausubstanz, Salze führten zu großen Schäden an den Wandmalereien. Die Fresken drohten zwischenzeitlich von der Wand zu fallen. Nach ihrer Restaurierung sehen die empfindlichen Kunstwerke, die wieder ihren ursprünglichen Farbeindruck vermitteln, jetzt einer besseren Zukunft entgegen, ist Burghauptmann Günter Schuchardt überzeugt. Um die Klimabedingungen zu verbessern, wurde zum Beispiel eine Fußbodenheizung eingebaut, gegen die Sonneneinstrahlung wurden mobile, mit Stoff bespannte Rahmen angebracht.

Im Vorfeld des Reformationsjubiläums ist die Wartburg umfänglich restauriert worden - mit Mitteln des Bundes und des Landes Thüringen. So wurde etwa der Gebäudekomplexes Torhaus-Ritterhaus-Vogtei aus Mitteln der Kulturstaatsministerin denkmalgerecht saniert.

Donnerstag, 13. April 2017

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