500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Ausstellung in Neuburg an der Donau

Von Konfessionen und Kriegen

Erst katholisch, nach der Reformation protestantisch und dann wieder katholisch: Das Fürstentum Pfalz-Neuburg hat eine bewegte Konfessionsgeschichte hinter sich. Von dieser erzählt die Ausstellung "FürstenMacht & wahrer Glaube".

Ansicht Neuburg mit Schloss und Hofkirche von der Donau aus. Von der Neuburger Schlosskapelle führt die Ausstellung zur Hofkirche. Foto: Stadt Neuburg/Donau

Welche Folgen hatte die Reformation für das bayerische Fürstentum Pfalz-Neuburg? Und hatte der mehrfache Konfessionswechsel der Herrscher Konsequenzen für das Volk? Die aktuelle Ausstellung "FürstenMacht & wahrer Glaube" des Stadtmuseums Neuburg an der Donau geht diesen Fragen nach.

Der evangelische Glaube zieht ein

Um das Reformationsjubiläum zu feiern und der Geschichte der Stadt zu gedenken, lädt die Stadt Neuburg zu einer kleinen Reise ein. Beginn der Führung: Die Neuburger Schlosskapelle. Von Luthers Ansichten überzeugt, konvertierte der erste Herrscher des Fürstentums, Pfalzgraf Ottheinrich, 1542 zum evangelischen Glauben. Seine Kirche ist heute der älteste protestantische Kirchenraum in Deutschland und von großer religionsgeschichtlicher Bedeutung.

Ein Hin und Her der Konfessionen

Ein Zeichen für die kontroverse Auseinandersetzung um den "wahren Glauben" ist die Hofkirche am Ende der Führung. Ursprünglich geplant als protestantischer Musterbau entstand entgegen vorangegangener Vorhaben eine katholische Jesuitenkirche. Grund dafür: Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm kehrte 1617 zurück zur katholischen Kirche und mit ihm konvertierte auch das Volk.

Handwerkliche Meisterstücke und historische Räume

Konfessionswechsel, Machtkämpfe und Kriege - 150 Exponate veranschaulichen die bewegte Geschichte der Stadt. Dabei handelt es sich um Exponate, die die Stadt Neuburg schon vor der Schau ausgestellt hatte sowie um Gegenstände von 30 Leihgebern. Bildnisteppiche, Skulpturen und originale Dokumente faszinieren genauso wie die Gold- und Silberschmiedearbeiten.

Darüber hinaus können Interessierte erstmalig historische Räume besichtigen, die sonst nicht zugänglich sind - wie etwa den Rittersaal. Die Stadt Neuburg richtet außerdem eine neue Schatzkammer ein. Sie bleibt Neuburg auch nach der Schau als Attraktion erhalten.

Auf den Spuren der Fürsten

Ein weiteres Highlight ist der Fürstengang. Der historische Weg der Neuburger Fürsten aus dem 16. und 17. Jahrhundert führt vom Rittersaal des Schlosses zur Hofkirche. Die Stadt öffnet für die Ausstellung exklusiv diesen Durchgang, der sonst zugemauert ist. Er ist ein Zeichen für die heute fortschrittliche Beziehung zwischen den christlichen Konfessionen.

Mit Musik und Spaß

Konzerte, das Theaterstück "Luther – Rebell Gottes", Vorträge von Experten, Spiele und der Poetry Slam "Im Anfang war das Wort" bilden das kulturelle Rahmenprogramm. Hier können Interessierte noch mehr über die Themen Reformation und Gegenreformation lernen.

Die Ausstellung ist Teil des Sonderprogramms zum Luthergedenkjahr 2017. Neben dem bayerischen Kulturfonds und der evangelischen Landeskirche Bayern fördert unter anderem Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Veranstaltung. Die Ausstellung läuft noch bis zum 5. November in Neuburg an der Donau. Interessierte sind von dienstags bis sonntags eingeladen sie zu besuchen.

Donnerstag, 20. Juli 2017

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