500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Gotha zeigt renovierten Altar

Eine monumentale Bilderbibel

17 Monate hat es gedauert, doch nun ist der Gothaer Tafelaltar vollständig restauriert. Das Herzogliche Museum Gotha präsentiert das bildreiche Kunstwerk der Kunstgeschichte in seiner aktuellen Ausstellung.

Gothaer Tafelaltar mit aufgeklappten Flügeln Wurde aufwändig restauriert: Der Gothaer Tafelaltar. Foto: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

162 Tafeln, viele fein eingearbeitete Figuren und Zierrahmen mit Bibeltexten – der Gothaer Tafelaltar gleicht einer großen Bilderbibel. Die Szenen auf den Tafeln folgen der Bibelübersetzung Martin Luthers von 1522.

Nach aufwändigen Restaurationsarbeiten stellt das Herzogliche Museum Gotha das Prunkstück erstmals wieder in Deutschland aus.

Das Leben Jesu in Bildern

Ob das Gleichnis vom barmherzigen Samariter oder das vom Feigenbaum – der Gothaer Tafelaltar bildet 157 Szenen aus dem Leben Jesu ab. Hier tritt Christus als Lehrender, Wunderwirker oder Prediger auf. Außerdem zeigt das Kunstwerk drei Szenen der Schöpfungsgeschichte und bildet auf zwei der Standflügel den Stammbaum Christi ab.

Der Maler Heinrich Füllmauer baute den Altar 1538 und benannte ihn nach seinem Standort - Gotha. Das Kunstwerk besteht aus 14 beweglichen Flügeln und einem feststehenden Mittelteil. Die Standflügel sind derzeit im Puschkin-Museum Moskau ausgestellt.

Bibelstellen untermauern die Abbildungen

Die oberen Drittel der einzelnen Tafeln bestehen alle aus Schriftkartuschen. In diesen erklärt ein entsprechender Text aus dem Neuen Testament die abgebildete Szene. Auf Medaillons ist die jeweilige Bibelstelle angegeben.

Auch die Ränder der Tafeln sind reich verziert: Auf den Rahmen finden sich Reimsprüche; in den Ecken sind Rundscheiben mit weiteren Zitaten aus den Evangelien angebracht.

In Einzelteile zerlegt und aufwändig restauriert

In minutiöser Kleinarbeit haben die Restauratoren den Altar aufgearbeitet. Sie legten die ursprüngliche Fassung frei und passten die Farben des Altars an. Deshalb können Besucher und Besucherinnen nun den ursprünglichen Eindruck des Altars erfahren.

Zum 500. Reformationsjubiläums stellt das Herzogliche Museum Gotha den Altar in Einzelteilen in seiner Säulenhalle aus. So können Interessierte die einzelnen Tafeln besser betrachten.

Kooperation mit der Stuttgarter Staatsgalerie

Die Schau präsentiert neben dem Gothaer Tafelaltar weitere Kunstwerke aus der Zeit, etwa Gemälde von Lucas Cranach, Hans Hohlbein und den Wildensteiner Altar des unbekannten "Meister von Meßkirch". Ihm widmet die Staatsgalerie Stuttgart ab Anfang Dezember eine umfassende Ausstellung. Beide Häuser kooperieren bei der aktuellen Schau.

Das Herzogliche Museum Gotha ist Teil der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha. Der Bund fördert die Sanierung des Schlosses bis 2031 mit 30 Millionen Euro aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin. Interessierte können die Ausstellung noch bis zum 5. November täglich besuchen.

Montag, 7. August 2017

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