500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Ausstellung im fränkischen Coburg

"Ritter, Bauern, Lutheraner"

Nicht nur auf der Wartburg, auch auf der Veste Coburg fand Martin Luther Schutz. Von hier verfolgte er gespannt den Augsburger Reichstag 1530. Ausgehend von Luthers Aufenthalt in Coburg zeichnet die bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" ein Bild des Reformationslebens.

In der Veste oberhalb der oberfränkischen Stadt arbeitete Luther an Bibel-Übersetzungen und verfasste programmatische Schriften. Oft und eindringlich schrieb er seinem Mitstreiter Philipp Melanchton, der beim Reichstag in Augsburg um die Anerkennung des Protestantismus verhandelte. Sieben Monate verbrachte Luther in Coburg. Dabei war sein Aufenthalt keineswegs freiwillig.

Veste Coburg - Schutzraum Luthers

Denn am Karfreitag anno 1530 war der Mönch Luther und der sächsische Kurfürst auf dem Weg zum Augsburger Reichstag. Doch Luther musste sein Vorhaben schweren Herzens abbrechen - offiziell geächtet und vogelfrei war er außerhalb des kursächsischen Gebiets in Lebensgefahr. Die Veste Coburg bot ihm Schutz; hier war er sicher, die Veste war kursächsische Landesfestung. Mit Eifer verfolgte er von dort die zähen Verhandlungen um die Anerkennung des protestantischen Bekenntnisses.

Überaus produktive Phase

Seinem Mitstreiter Philipp Melanchthon, der in Augsburg war, schrieb er viele Briefe, mal in niedergeschlagenem Ton, dann wieder voll Tatendrang und reformatorischem Ehrgeiz. Auch seiner Familie schrieb er oft und regelmäßig. Zudem arbeitete er weiter an der Übersetzung der Heiligen Schrift. Die Stube, in der Luther mehr als 100 Schreiben verfasste, heißt daher heute noch das "Luther-Zimmer". Gemeinsam mit einem weiteren Raum neben der "Großen Hofstube" bildet er den "emotionalen Kern" der Ausstellung auf der Veste, die selbst das größte Exponat ist.

Ein Panorama der Zeit um 1500

In den beiden Zimmern veranschaulichen Gemälde, Stiche, Münzen und Medaillen, von welch großer religionsgeschichtlicher Bedeutung diese Monate des 1530 waren. die Luther auf der Veste verbrachte. Verteilt auf das trutzige Gebäude zeigt die Ausstellung das Leben auf dem Land, in der Stadt, in den Klöstern und in den Ritterburgen. So beleuchtet sie die Rolle Coburgs im Heiligen Römischen Reich: Die Stadt war "Schaufenster Kursachsens" nach Süden.

Worte, Werte, Musik

Auch die evangelisch-lutherische Kirche St. Moriz ist als weiterer Originalschauplatz in die Landesausstellung einbezogen. Hier hielt Martin Luther während der Osterfeiertage des Jahres 1530 Gottesdienste ab. Seine sieben Predigten dürften bei den Menschen zu einem Nachdenken über die herrschenden Vorstellungen von Moral, Zusammenleben und Glauben in der Bevölkerung geführt haben. Eine Schau in Sankt Moriz nimmt insbesondere die Reformation in Coburg und im Coburger Land in den Blick.

Die bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" ist noch bis zum 5. November zu sehen. Sie wird auch durch die Kulturstaatsministerin gefördert.

Mittwoch, 23. August 2017

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