500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Ausstellung zu Schicksalen klösterlicher Gemeinschaften

"Heillose Möncherei" im Museum Nienburg

Luther lehnte das klösterliche Leben ab. Nahmen die Landesherren den neuen Glauben an, hatte das gravierende Auswirkungen für die Klöster. Welche Schwierigkeiten das brachte, macht das Museum Nienburg in der Schau "Heillose Möncherey – Das Schicksal der Klöster während der Reformation" deutlich.

Inneres der Fachwerkkirche im Kloster Schinna mit deutschen Bibelsprüchen In der Fachwerkkirche des ehemaligen Klosters Schinna sind heute noch Bibelsprüche aus dem 16. Jahrhundert zu lesen. Foto: Regina Steudte

Klöster hatten verschiedene gesellschaftliche Aufgaben. Sie waren Orte der Bildung, der Seelsorge und der Ruhe und damit durchaus von Bedeutung für die Menschen. Als Folge der Reformation standen die Interessen der Klöster nun denen der Landesherren und deren neuen Glauben gegenüber. Das Museum Nienburg veranschaulicht diese schwierige Lage in der Schau "Heillose Möncherey – Das Schicksal der Klöster während der Reformation".

Schicksalswege klösterlicher Gemeinschaften

Die neuen Glaubensgrundlagen der reformatorischen Bewegung wirkten sich stark auf die klösterlichen Gemeinschaften aus: Luther lehnte die Gesetzmäßigkeiten der Klöster und die Gelübde der Mönche und Nonnen ab, es kam zu vielen Austritten. Ausgehend von zwei Klöstern im Landkreis Nienburg - Loccum und Schinna - erzählt die Schau anhand von Originalobjekten wie archäologischen Funden aus Schinna, liturgischen Objekten und Flugschriften die Entwicklung der regionalen klösterlichen Gemeinschaften.

Und die war durchaus unterschiedlich: Loccum ist noch heute eine Klosteranlage, das Kloster Schinna wurde säkularisiert und in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgewandelt. Die Ausstellungsmacher ziehen aber auch Vergleiche zum Schicksal überregionalen Glaubensgemeinschaften.

Die Rolle der Landesherren

Eine Schlüsselrolle hatten die Landesherren. Denn sie bestimmtem seit 1555 die Konfession seines Herrschaftsgebietes. Als Fürst standen sie den jeweiligen Landeskirchen als Bischöfe vor und konnten so auch das Kirchengut der römischen Kirche einziehen und für ihre Zwecke nutzen, und sei es die finanzielle Notlage bedingt durch verlorene Kriege zu beheben. Die Schau beleuchtet auch, aus welchen Motiven Adelige den neuen Glauben annahmen, wie sie die reformatorischen Ideen vor Ort durchsetzten und die Menschen bewegten, sich anzuschließen.

Und heute?

Neben der Hauptausstellung im Fresenhof können Interessierte auch im Quart-Faslem-Haus die ergänzende Ausstellung mit großformatigen Fotografien von Regina Steudte besuchen. Ob Loccum, Schinna oder das Stift Bassum – die Fotoausstellung zeigt den Zustand der Klosteranlagen und ihre Vielfalt heute. Die künstlerischen Porträts der Klöster sind geprägt durch Detailsicht, unerwartete Perspektiven, und eine durch Farben und Licht erzeugte besondere Atmosphäre.

Der Bund fördert die Ausstellung "Heillose Möncherey – Das Schicksal der Klöster während der Reformation" im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin. Interessierte können die Schau noch bis zum 28. Januar besuchen.

Mittwoch, 30. August 2017

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