500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

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500 Jahre Reformation - Aufbruch zur Freiheit

500 Jahre Reformation - Aufbruch zur Freiheit

Ausstellung zum Schmalkaldischen Bund

Festung des Protestantismus

Im thüringischen Schmalkalden schlossen Vertreter protestantischen Glaubens 1531 ein defensives Bündnis gegen die mächtigen, katholischen Oberhäupter. Das Museum Schloss Wilhelmsburg widmet dem "Schmalkaldischen Bund" eine Ausstellung.

Die virtuelle Ausstellungsbegleiterin Herzogin Elisabeth von Rochlitz im Schmalkalden. Kundige digitale Führerin: Elisabeth von Rochlitz, einziges weibliches Mitglied im Schmalkaldischen Bund. Foto: Museum Wilhelmsburg / Axel Bauer

Wer sich eingehend mit der Geschichte der Reformation beschäftigt, dem oder der ist der Schmalkaldische Bund geläufig. Denn in Schmalkalden im Süden Thüringens schrieben im 16. Jahrhundert Reichs- und Hansestädte, Fürsten- und Herzogtümer (Reformations-) Geschichte. Sie alle schlossen sich 1531 in der Fachwerkstadt gegen die katholische Obrigkeit zusammen - und läuteten damit die Kirchenspaltung ein.

Der politische Arm der Reformation

Im Museum Schloss Wilhelmsburg beleuchtet die Ausstellung "Der Schmalkaldische Bund - Der Beginn der Kirchenspaltung in Europa" diesen bedeutenden Abschnitt der Stadtgeschichte. An der Geschichte des Schmalkaldener Bundes lässt sich die Bedrohung ablesen, unter der die Anhänger Martin Luthers zu leiden hatten. Eine Abwendung von der römisch-katholischen Kirche gefährdete die individuelle Sicherheit und den politischen Frieden. Die konfessionelle Blockbildung der protestantischen Städte und Territorien in Schmalkalden sollte die militärische Verteidigung im Falle eines katholischen Angriffs sichern.

Aufstieg und Fall des Bundes

50 Mitglieder zählte der Bund, darunter die Hansestadt Hamburg, die Reichsstadt Straßburg oder das Herzogtum Sachsen. Mit seiner rasanten Ausbreitung gewann das Bündnis zunehmend an militärischer und politischer Macht. Kirchliche wie weltliche Machthaber ließen den Schmalkaldischen Bund an der politischen Gestaltung auf europäischer und regionaler Ebene Teil haben. Auf seinem Nährboden konnte der Protestantismus gedeihen. Trotzdem schwächten ihn ab 1540 innere Differenzen und Machtmissbrauch, was 1546 zu seiner Niederlage im Krieg gegen die Truppen des römischen Kaisers führte.

Authentische Darstellung der Stadt- und Bündnisgeschichte

Alle 50 ehemaligen Mitglieder des Schmalkaldischen Bundes haben der Ausstellung anlässlich des Reformationsjubiläums Leihgaben beigesteuert. Sie fügen sich mit einem großflächigen, begehbaren Stadtmodell Schmalkaldens zu einer authentischen Darstellung der Stadt- und Bündnisgeschichte zu Zeiten der Reformation zusammen. Als Begleiterin führt die Herzogin Elisabeth von Rochlitz durch die Schau - natürlich nicht leibhaftig, sondern als virtuelle Gestalt. Die Erbprinzessin von Sachsen war das einzige weibliche Bündnismitglied.

Die Dauerausstellung "Der Schmalkaldische Bund - der politische Arm der Reformation" wird im Rahmen des Bundesförderprogramms "Reformationsjubiläum 2017" mit insgesamt 200.000 Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin gefördert.

Mittwoch, 27. September 2017

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