500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

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500 Jahre Reformation - Aufbruch zur Freiheit

500 Jahre Reformation - Aufbruch zur Freiheit

Performance in der Barenboim-Said-Akademie

Luther tanzt mit den Göttern

Zum Reformationsjubiläum hat der US-amerikanische Regisseur Robert Wilson aus Texten Martin Luthers, Musik und Bildern ein Gesamtkunstwerk komponiert. Das genreübergreifende Projekt wird im Boulez Saal der Barenboim-Said-Akademie präsentiert.

Probenimpressionen der Inszenierung „Luther dancing with the gods“ Bild- und stimmgewaltiger Auftritt des Rundfunkchors Berlin Foto: Lovis Ostenrik/Rundfunkchor Berlin

"LUTHER dancing with the gods" heißt das Projekt, für das Robert Wilson, einer der wichtigsten Impulsgebern des Gegenwartstheaters, Luthers Bibelübersetzungen mit Musikfragmenten Johann Sebastian Bachs versehen hat. Der zeitgenössischen Regisseur, der durch seine innovativen Performancekunst- und Theaterstücke Welterfolge erzielt, hat aus Texten Martin Luthers, Musik und Bildern auch hier ein Gesamtkunstwerk komponiert.

Feuerwerk der Künste

Wilson verknüpft verschiedene Disziplinen der Künste mit der Reformations- und Bibelgeschichte zu einem unterhaltsamen szenischen Konzert, das vielfältig die Sinne anspricht. Wie als Spiegel dazu arbeitet er das moderne Chorstück "Immortal Bach" von Knut Nystedt ein. Das Klatschkonzert "Clapping Music" des zeitgenössischen Komponisten Steve Reichs, hat mit seinem mitreißenden Rhythmus ebenfalls Einzug in die Inszenierung erhalten.

Resonanzraum der Reformation

Seine Bibelübersetzung in die deutsche Sprache ist Luthers größtes Vermächtnis. Neben ihr zieht Wilson aber auch andere Schriften Luthers für sein genreübergreifendes Projekt heran: Briefe, Predigten und Ansprachen bindet der Regisseur ebenfalls in sein Werk ein. Er wirft einen Blick auf Luthers facettenreiche Persönlichkeit und zeigt auf, welchen Einfluss der Reformator auch auf die Künste ausgeübt hat. Texte des Avantgarde-Poeten William Carlos Williams erweitern das Spektrum aus Wort, Ton und Bild.

Wie warme Semmeln

Kaum war der Vorverkauf für die sechs Vorstellungen angelaufen, schon wurden die Karten knapp. Der Rundfunkchor Berlin hat kurzerhand vier "Voraufführungen" zu vergünstigten Konditionen anberaumt, um das begehrte Stück für noch mehr Interessierte zugänglich zu machen. Unmittelbare Seh- und Hörerfahrungen bietet die unkonventionelle Architektur des Pierre Boulez Saals, in der sich die Performance auf allen ihren Ebenen entfalten kann.

Der Pierre Boulez Saal wurde in diesem Jahr als Kammermusiksaal der Barenboim-Said-Akademie eröffnet. Kulturstaatsministerin Grütters hat den Bau der Akademie mit 20 Millionen Euro gefördert und finanziert aus ihrem Etat den laufenden Betrieb.

Samstag, 30. September 2017

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