500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Bedford-Strohm: "Luther ist noch immer aktuell"

Engagement für die Welt

Im Interview zieht der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm Bilanz: Die Botschaft Luthers versteht er auch heute als Aufruf zu Nächstenliebe und Engagement in der Welt.

Reformationsjubiläum – Bischof Bedford-Strohm im Gespräch Reformationsjubiläum – Bischof Bedford-Strohm im Gespräch Foto: Bundesregierung zum Bild Download

Beim gemeinsamen Projekt Reformationsjubiläum "haben Kirche und Staat viel voneinander gelernt", so der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Wegen der Auswirkungen auf Politik, Kultur und Gesellschaft haben Bund und Länder intensiv zusammengearbeitet.

"Die Welt zu Gast in Wittenberg"

Auf die Frage nach seinem persönlichen Highlight des Reformationsjubiläums ist die Antwort so überraschend wie einfach: ein Gottesdienst in der Schlosskirche Wittenberg, vor etwa 450 Jugendlichen aus allen Kontinenten. "Zu erleben, wie die Welt in Wittenberg, in Deutschland zu Gast ist und gemeinsam Reformation feiert, mit verschiedenen Hautfarben, verschiedenen Kulturen, aber verbunden in dem einen Glauben, das war etwas Tolles", schwärmt Bedford-Strohm. 

Viele Fragen und Luthers Antwort

Der evangelische Landesbischof hat sich anlässlich des Reformationsjubiläums intensiv mit der Person Luthers auseinandergesetzt, interpretiert die Botschaft des Reformators für sich als Antwort auf aktuelle Fragen des Alltags. Wie gehen wir um mit Leid? Wie gehen wir um mit den Schwierigkeiten, vor denen wir in der Welt stehen? Wie bewahren wir trotzdem Hoffnung? "Ich ziehe aus Martin Luther den Aufruf dazu, dass Liebe Gottes auch immer Liebe zum Nächsten heißt, immer auch Engagement für die Welt heißt. Wir dürfen uns darauf verlassen, dass Gott die Welt fest in seiner Hand hält."

Luther würde twittern

Luther ist also auch 500 Jahre später für Bedford-Strohm noch immer aktuell. Wie würde Luther heute leben und kommunizieren? Er würde die Sozialen Medien nutzen, glaubt der EKD-Ratsvorsitzende, der selbst auf Facebook oder Twitter präsent ist. "Dort verbringen viele Menschen viel Zeit ihres Lebens und ich will, dass wir da mitreden."

Samstag, 28. Oktober 2017

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