500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Weltoffen

Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik

Martin Luther Reformationsjahr Plakat Here-I-Stand Foto: Here-I-Stand

Das Reformationsjubiläum hat eine herausragende auswärtige kulturpolitische Dimension, weil die Reformation weitreichende theologische, kulturelle und politische Folgen hatte, die bis heute über die Grenzen Deutschlands und Europas hinauswirken. Das Jubiläum verbindet die Menschen weltweit und wird deshalb auch global gefeiert.

Aus diesem Grund hat das Auswärtige Amt das Reformationsjubiläum mit über 70 Projekten und einer Vielzahl von Aktivitäten weltweit gewürdigt, von Europa bis nach Asien. Die Ausgaben des Auswärtigen Amts zu diesem Zweck betrugen rund 5,5 Millionen Euro. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf den USA als dem bei weitem wichtigsten von der Reformation geprägten Land außerhalb Europas. Hier konnten mit Unterstützung des Auswärtigen Amts zwei große Ausstellungen realisiert werden:

Luther in den USA: Zwei Ausstellungen, vier Städte

Das Los Angeles County Museum of Art zeigte die kunsthistorische Ausstellung "Renaissance and Reformation: German Art in the Age of Dürer and Cranach". Das Gemeinschaftsprojekt der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München präsentierte Schlüsselwerke der deutschen Kunst des 16. Jahrhunderts und gewährte mit mehr als 100 Exponaten einen facettenreichen Blick auf die Reformation und ihre Zeit.

Die unter Federführung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle kuratierte Ausstellung "Here I stand ..." mit Gemälden und Exponaten zum Leben und Wirken Martin Luthers war mit großem Erfolg in New York, Atlanta und Minneapolis zu sehen. Eine digitale Fassung (#HereIstand) machte die Ausstellung auch weltweit verfügbar: Ausstellungstafeln in sieben Sprachen sowie dreidimensional gescannte Artefakte wurden über 19.000 Mal heruntergeladen und auf der ganzen Welt ausgestellt. Mit diesem Ansatz von Infographiken und 3D-Druckern konnte zudem ein Bogen zur Medienrevolution der Reformationszeit geschlagen werden.

Religion und Frieden: Internationale Konferenz in Berlin

Die Reformation ist verbunden mit Fragen nach Religion und Ordnung, Glaube und Frieden, Freiheit und Verantwortung – Themen, die angesichts heutiger Krisen und Konflikte weltweit nach wie vor von großer Aktualität sind. Sie fordert auch heute noch zum Handeln auf, gerade auch zum Schutz von Freiheit, Religions- und Meinungsfreiheit. So hat das Auswärtige Amt im Reformationsjahr 2017 die Friedensverantwortung der Religionen verstärkt in den Blick genommen. Hierzu fand im Mai 2017 eine große internationale Konferenz mit über 100 Vertretern von Religions- und Glaubensgemeinschaften im Auswärtigen Amt statt.

Reformation im östlichen Europa

Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderte Wanderausstellung "Reformation im östlichen Europa" rückt die lebhafte Reformationsgeschichte und regionale Vielfalt dieses geographischen Raums in den Blick. Sie wird bis Ende 2017 in Deutschland, Polen, Rumänien, der Slowakei, Tschechien, Ungarn und in Brüssel an insgesamt rund 130 Standorten zu sehen sein. Eine Überblicksdarstellung und sechs Regionalmodule – zusammen 82 Tafeln in sieben Sprachen – können von den örtlichen Kooperationspartnern mit eigenen Exponaten und Begleitveranstaltungen verbunden werden.