500 Jahre Reformation – Aufbruch zur Freiheit

Lernen

Bildungspolitische Relevanz

Kompass im Gras. Orientierung: Eine kulturelle und religionskundliche Bildung ist die Basis für verantwortungsvolles Leben und Handeln. Foto: Colourbox

Die Reformation war auch eine Bildungsbewegung. Ihre Lehrer wie Martin Luther, Philipp Melanchthon oder Martin Bucer setzten sich für die allgemeine Bildung breiter Schichten ein. Mit seiner Bibelübersetzung und dem Kleinen und Großen Katechismus legte Luther den Grundstein für ein neues Bildungsethos: Möglichst jeder Mensch sollte lesen lernen, so das erklärte Ziel, um sich eine Meinung bilden zu können. So gerüstet, glaubte Luther, könne jeder Mensch besser für das eigene Leben, die eigene Entwicklung und verantwortliche Weltgestaltung eintreten, auch im Einsatz für den Nächsten.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützte kulturelle und wissenschaftliche Einrichtungen und Vorhaben, die daran erinnern, welche Rolle Innovation und Bildung im Zusammenhang mit der Reformation und der Entstehung der Moderne gespielt haben. 

Was mich angeht: Angebot für Nachwuchs-Wissenschaftler

Der große Einfluss von Luthers Schriften auf die globale gesellschaftliche Entwicklung wurde jüngst auch von der Unesco anerkannt: Das Unesco-Weltdokumentenerbe "Memory of the World" führt jetzt 14 Lutherschriften. Das Nominierungsdossier dazu wurde vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz mit vorbereitet. Eine ungebrochene Anziehungskraft übt Luther auch auf den wissenschaftlichen Nachwuchs aus. Das zeigt die vom BMBF und weiteren Partnern geförderte Summer School 2017 "Es reicht. Was mich angeht" in Wittenberg, die federführend vom Evangelischen Studienwerk Villigst organisiert wurde und an der mehr als 500 Studierende und Promovierende teilnahmen.

Reformation, Bildung, Kultur

Von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderte Vorhaben, wie beispielsweise die Ausstellung "#Bildungsereignis Reformation! Ideen, Krisen, Wirkungen" in Marburg, machten die Verbindung von Reformation, Bildung und Kultur bewusst. Als ein bundesweites Projekt der Jugendbildung bieten die "DenkWege zu Luther" fächerübergreifende Projektwochen für Schulen, Berufsschulen und außerschulische Jugendgruppen an. Dabei setzen sie den Schwerpunkt auf die kulturelle, philosophische und religionskundliche Bildung.

Mitmach-Baustelle für Kinder

Am Berliner Petriplatz, dem Ort des zukünftigen "House of One", entstand mit Unterstützung der BKM eine Mitmach-Baustelle für Kinder: Das Projekt gab Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, auf circa 2.000 Quadratmetern ihr eigenes, das "Young House of One" zu entwickeln und zu bauen – und damit zugleich über das Zusammenleben der Religionen nachzudenken und dieses künstlerisch auszudrücken. Die in der Schriftenreihe der Bundeszentale für politische Bildung erschienene Graphic Novel "Gotteskrieger. Eine wahre Geschichte aus der Zeit der Reformation" erzählt von Wiedertäufern im 16. Jahrhundert und religiöser Intoleranz.